Frauen-Golf, Damengolf oder Ladygolf – Golfsport ist nicht nur Männersache

Ob Frauen-Golf, Damengolf oder Ladygolf – Golfsport ist nicht nur Männersache

Etwa eine halbe Million Golfspieler gibt es in Deutschland, davon sind mittlerweile rund 40 Prozent Frauen – Tendenz steigend. Wer darunter ein reines Gegenwartsphänomen vermutet, irrt sich: Seit man zum Vergnügen mit Stöcken Bälle in Löcher geschlagen hat, spielen Frauen mit. Einer der ersten schriftlichen Belege besagt, dass Katharine von Aragon bereits 1514 Golf spielte – der Frauenanteil in England liegt heutzutage jedoch bei unter 20 Prozent.

Sicher ebenso lange haben Männer versucht, Frauen das Golfspielen auszureden. Auch heute zeigen z.B. bösartige Golfwitze über Frauen, dass diskriminierendes Machotum beim Golfen noch vorhanden ist – doch die Akzeptanz, vor allem aber die unbezwingbare Lust der Frauen am Golfspiel, steigt unaufhaltsam. Entspannung, Konditionstraining, der Aufenthalt in freier Natur, zusätzliche Wellness-Angebote und freundschaftliche soziale Kontakte machen Golf als Freizeitbeschäftigung interessant.

Eine Frau hat durchschnittlich nur etwa 2/3 der Muskelmasse eines gleich großen und gleich schweren Mannes. Das heißt, dass sie ihre Golfschwünge stärker mit Technik als mit Kraft führen müssen und das Spiel strategischer angehen. Deshalb empfiehlt es sich für Frauen, die mit dem Golfen beginnen, unbedingt eine Golfschule bzw. einen Golflehrer oder eine Golflehrerin zu suchen, die auf Damengolf spezialisiert sind.

Golf & Gesundheit

Golferinnen und solche, die es werden wollen, sollten ihren speziellen anatomischen Gegebenheiten Rechnung tragen und gezielt die Muskulatur der Hände, Arme, Ellenbogen und Schultern trainieren und die Rumpfmuskulatur. Denn die bei Frauen häufigsten Golf-Verletzungen treten am Handgelenk, am Rücken und am Ellenbogen auf. Aufwärmen, Stretching und Kraft- und Fitnesstraining sollten sowieso zum Sportprogramm jedes Golfspielers, ob weiblich oder männlich, gehören. Denn gut trainiert macht Golf am meisten Spaß, und das Verletzungsrisiko ist am geringsten.

Damengolf – und seine Geschichte

  • 1514 Katherine von Aragon, die erste Gattin Henry VIII., ist schriftlich überliefert, dass sie Golf spielte
  • 1567 Mary, Königin von Schottland, spielt Golf in St. Andrews
  • 1867 Gründung des ersten Frauen-Golf-Clubs in St. Andrews
  • 1893 Gründung der Ladies´ Golf Union in Großbritannien – mittlerweile gibt es über 50 Damengolfclubs im United Kingdom – und der Irish Ladies Golf Union
  • 1893 bei der ersten British Ladies Championship in Lytham St. Annes gewinnt Lady Margaret Scott
  • 1900 bei den Olympischen Spielen in Paris gewinnt die Amerikanerin Margaret I. Abbot (1878–1955) die Goldmedaille, erfährt aber wegen schlechter Organisation zeitlebens nichts von ihrem Sieg (ausführlich siehe http://www.womengolfersmuseum.com/Famousgolfers/AbbottMargaret.htm)
  • 1938 Gründung des Women Golfers´ Museum (www.womengolfersmuseum.com)
  • 1950 Gründung der Ladies Professional Golfers Association in den USA
  • 1979 Gründung der Women`s Professional Golfers Association
  • 1989 die WPGA ändert ihren Namen in Women´s Professional Golfers European Tour
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